Bunte Poolnudeln demonstrieren Mindest-Überholabstand von 1,50 Meter

Sichere Radwege für mehr Radverkehr

Bunte Poolnudeln demonstrieren Mindest-Überholabstand von 1,50 Meter

Am Freitag den 25.10.2019 machten Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC) und Verkehrsclub Deutschland (VCD) Esslingen mit Poolnudeln auf den seitlichen Überholabstand von Radfahrenden aufmerksam.

Sie fordern eine breite Radspur auf dem Altstadtring bei nur noch einer Autospur pro Richtung. Die Verbände sehen die einmalige Chance für einen Verkehrsversuch auf der Kiesstraße, während die Vogelsangbrücke einspurige Baustelle ist.
Gut 3 Meter Radfahrstreifen sollen temporär mit gelben Markierungen für Radler und Busse vom östlichen Ring abgetrennt werden.

Im März 2020 werden Hirschland- und Mülbergerstraße durch die Vollsperrung der Geiselbachstraße zusätzlichen Verkehr aufnehmen müssen; noch mehr Staus sind vorprogrammiert. „Jeder, der vom Auto aufs Rad oder in den Bus steigt, verkürzt den Stau um mehrere Meter“ erklärt Joachim Schleicher, Ansprechpartner des ADFC Esslingen den Beitrag von Radverkehr zur Verkehrswende. Auch Krankenwagen wären über die Radspur schneller und Autos profitierten von flüssigerem Verkehr, da das Einfädeln am Spurende entfalle – wirbt Schleicher für eine Probe aufs Exempel.

Die Innenstadtachse von Zell über Oberesslingen bis Mettingen ist die meist befahrene Esslinger Hauptradroute nach dem Neckartal-Radweg. Als Lückenschluss zwischen der Fahrradstraße Hindenburgstraße und dem Bahnhof wurden auf der Kiesstraße 2016 Schutzstreifen markiert, die von breiten LKW und Bussen mitgenutzt werden dürfen. Wie überall gilt der Mindest-Überholabstand von 1,50
Metern, um Rad Fahrende nicht zu gefährden. Doch leider verdrängen Autos nach jüngsten Zählungen des ADFC 90% der Radler auf den Gehweg. Zweispurige Überholmanöver gefährden Radfahrer, die sich dann andere Wege suchen. Die Schutzstreifen sind damit gescheitert und der Altstadtring wird in der Praxis nach wie vor als Lücke im Radnetz wahrgenommen.

Während in der Hindenburgstraße täglich 1100-1300 Radfahrten gezählt wurden, ergab die Stichprobenerhebung auf der Kiesstraße gerade einmal 300 Fahrten.

Eine Messung des Zeitverlusts für KFZ solle den Verkehrsversuch objektiv begleiten. Bei Erfolg ist es an der Stadt, Mitte 2020 eine dauerhafte Planung anstoßen. Bis dahin empfiehlt der VCD weitere Busse, um Esslingens Norden adäquat anzubinden. Mit der Taktverdichtung der Linie 111 hat die Stadt jüngst Verbesserungen für RSKN beschlossen. Um den KFZ-Verkehr von der gesperrten Geiselbachstraße über das restliche Straßennetz abwickeln zu können, sollten aber viele weitere Menschen aus Esslingens Norden in den Bus umsteigen. Alle Busse könnten laut VCD den Radstreifen bei Stau im Radfahrtempo von 15-25km/h mitnutzen, bei normalem Verkehr fahren sie auf der Autospur.
„Pünktliche Busse sind attraktiv und effizient zugleich. Das ist gut für die Umwelt und entlastet Anwohner von Lärm und Abgasen“ schließt sich Petra Schulz vom VCD Esslingen den Forderungen an.

  • Dass Esslingen umweltfreundliche Mobilität will, zeigt die Stadt beispielsweise mit der beschlossenen Verdopplung des Radverkehrsanteils bis 2025. Schleicher betont: „Dazu braucht es Platz für gute, breite
    Radwege, auf denen sich Menschen sicher fühlen und zügig vorwärts kommen.“ Sichere Kreuzungen verringerten die Unfallgefahr. Reduzierte Geschwindigkeiten von KFZ minderten die Unfallfolgen, falls es doch zur Kollision kommt. So halten ADFC und VCD Tempo 30 für Autos auf allen Strecken ohne bauliche Radwege für geboten.Weitere Informationen:
    • Machbarkeitsstudie Radschnellweg Neckartal -Abschnitt 4.31 auf radschnellweg-neckartal.de• Baustellenplanung Vogelsangbrücke in Gemeinderatsvorlage 66/173/2018 Link zum Rathaus Unformationssystem Esslingen.de
    • Radverkehrszählungen in der Hindenburgstraße siehe ATU-Beschlussvorlage: 61/472/2018 aus 2017: 1100 bis 1300 Radfahrende in 24h

    • Über die Kampagne #MehrPlatzFürsRad:
    Mehr Radverkehr ist die Lösung bei Stau, dicker Luft und Fahrverboten. Steigen mehr Menschen auf das Fahrrad um, ist das gut für alle. Wie das gelingt, zeigt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club zu seinem 40-jährigen Bestehen mit einer großen, bundesweiten Kampagne. Das Ziel: Mehr Platz fürs Rad – für gute, breite Radwege, sichere Kreuzungen und viel mehr Fahrradparkplätze. Mit Aktionen vor Ort macht der Fahrradclub auf die Platzdebatte im Straßenraum aufmerksam und zeigt, wie dieser Platz fürs Fahrrad, für gute Radwege und für bessere Radfahrbedingungen genutzt werden kann. Weitere Informationen auf mehrplatzfuersrad.de. Hashtag: #MehrPlatzFürsRad.

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Joachim Schleicher Ansprechpartner Esslingen.

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